Meine Geschichte

Meine Geschichte

Über Nicole Diserens

Die dreijährige Ausbildung beim Coiffure Strauss im Flughafen Kloten war sehr streng. Die Kundschaft war international und sehr anspruchsvoll. Interne Weiterbildungskurse und jährliches Lehrlingsfrisieren im Albisgüetli waren zusätzliche herausforderungenen für mich. Von Jahr zu Jahr wurden die Arbeiten anspruchsvoller. Aber dank dieser Ausbildung schloss ich 1998 meine Lehre als Coiffeuse mit (für mich) Bestresultat ab.

Anschliessend begann meine Karriere als Coiffuse beim Coiffeur Orinad am Schaffhauserplatz.Dort hatte ich vornehmlich auch ältere Kundschaft bedient. Waschen-legen, Dauerwelle, Waschen-fönen, gut toupieren usw. gehörten zu meinen Hauptarbeiten.

Schnell hatte ich meine Stammkundschaft aufgebaut und war sehr beliebt bei den Kunden. Ich hatte immer ein offenes Ohr für jegliche Sorgen was die Kunden sehr schätzten.Wie hald ne richtige Coiffeuse.

Coiffeur Orinad arbeitet ausschliesslich mit der Firma Schwarzkopf zusammen. Daher war ich immer auf dem neusten Stand was Schnitt, Farbe und Modetrends anging.

Natürlich hat mich das auch sehr Interessiert und ich stellte fest, in meinem Beruf darf man nie stehen bleiben. Ausbildung und Information sind wichtige Grundsteine für den Erfolg und die kompetente Kundenberatung.

Mein Beruf gefiel mir schon zur Lehrzeit sehr gut. Aber dank den Möglichkeiten bei Orinad hatte ich noch mehr Freude an meinem Beruf. Kunden lobten mich über alles was natürlich auch mein Selbstwertgefühl stärkte.

Nach nur einem Jahr wurde ich zur Stellvertretung befördert. Kurz darauf machte meine damalige Chefin eine 5 Monate Babypause. In dieser Zeit führte ich das Geschäft alleine. Neue herausforderungen kamen auf mich zu. Buchhaltung, Lehrlingsplanung, Kassenabschlüsse und Rezeption.

Es waren strenge Monate aber ich hatte schon immer ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Mitarbeitern, was mir den Übernamen der neuen Aufgaben erleichterte.

Aber ich suchte mehr Verantwortung und wollte auch mehr erreichen. Kurz entschlossen meldete ich mich für die Berufsprüfung in Winterthur an. Eine Woche später sass ich schon in der Schule.

Schule………was mach ich da bloss. Ich war doch soo…froh nie mehr in die Schule zu müssen dort und jetzt … . Tja die Zeiten ändern sich.

Dass die Berufprüfung eine Herausforderung war wusste ich. Aber ich war der Meinung dass ich das schaffe kann und wollte den Abschluss mit einer mindest Note von 5 bestehen was ich ja dann auch übertroffen habe. Während der dieser Ausbildung hatte ich ein 80 % Pensum bei Orinad.

Ich erhielt neue Aufgaben. Mir wurde die Lehrling Betreung übertragen. 4 Tage im Monat war ich in Örlikon im Schulungscenter von Orinad tätig um Orinad Lehrlinge zu unterrichten. Mein Können und mein soziales Verhalten wurden unter Beweis gestellt. Es war nicht so einfach den neuen Lehrlingen Schritt für Schritt alles beizubringen.

Aber es war eine Aufgabe die ich sehr ernst nahm. Konsequent, sachlich und fair zu sein, in jeder Situation. Januar 2003 absolvierte ich noch den Lehrmeisterkurs.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich doch schon vieles erreicht. Orinad übertrug mir mehr und mehr Verantwortung. Für die Berufsprüfung musste ich mich aber voll auf die Schule konzentrieren können. Daher kündigte ich schweren Herzens meine Stv. Stelle bei der Orinad.

Diese Schule war wirklich anspruchsvoll. Aber ich wählte diesen Weg und was ich begonnen habe will ich auch zu Ende bringen. Ich danke jedem, der mich in dieser Zeit unterstützte. Ich konnte es gebrauchen und bin jedem sehr dankbar dafür. Auch meine Lehrer in Winterthur waren wirklich Super. Auch ihnen gehört mein Dank für die Unterstützung um mein Ziel zu erreichen.

Tja .. und plötzlich war es so weit, die Prüfung stand vor der Tür.

Trotz kleinen Pannen, wie z.B. mich im falschen Zimmer vorbereiten, ging die Prüfung im September 2003 gut. Berufsprüfungsabschluss Überdurchschnittlich bestanden!

Also Ziel erreicht!

Nicole mit Eidgenössischem Fachausweis. Wer hätte das gedacht.

Aber dieser Ausbildung und der erreichte Fachausweis sollte mein Leben verändern.
Ich wollte nicht mehr einfach als Coiffeuse arbeiten.
Ich wollte

  • mehr Verantwortung
  • eigene Entscheidungen treffen
  • Mitarbeiter führen

Als Coiffeuse zu arbeiten war mir jetzt einfach zu wenig.

Im Januar 2004 bot man mir eine Stelle als Filialleiterin in St. Gallen an welche ich trotz der Entfernung annahm. Die Führung von 5 Coiffeusen und 6 Lehrlinge waren sehr anspruchsvoll. Einteilungen, Lehrlingsbetreuung, Konfliktsituationen und und und ……..

Es war schön eigene Ideen anzubringen und konstruktiv mit zu arbeiten. 2-mal jährlich konnte ich sehr interessante Seminare besuchen. Ich sammelte wärend dieser Zeit viel Erfahrung in Geschäftsführung.

Aber die Anstellung als Filialleiterin war auch mit viel Büroarbeit verbunden. Auch waren die kleineren Streitigkeiten unter den Mitarbeitern sehr zeit aufwendig, insbesondere darum dass ich wenig Einfluss auf die Mitarbeiter Anstellung hatte. Und St. Gallen war halt einfach nicht Zürich.

Wieder erhielt ich den Auftrag, wöchentlich einer Gruppe von ca. 8-12 Lehrlinge im Schulungscenter Örlikon praktisch zu Unterrichten. Das war eine Abwechslung und es ersparte mir einmal wöchentlich den Weg nach St. Gallen. Nebenbei wirkte ich in einem Kreativ-Team mit. Dort konnte ich meiner Kreativen Ader freien Lauf lassen. Das war cool.

Zusätzlich musste ich in der gesamten Schweiz die neue Roller- Méche Technik Präsentationen bei Schwarzkopf durchführen. Bei so vielen fremden Leuten war ich das erste Mal wirklich sehr nervös. Aber als Profi in meinem Fach und den sehr guten Roller Méche Technik Kenntnissen war ich ab der zweiten Präsentation ganz Profi.

Ich glaubte, jetzt alles erreicht zu haben was ich mir gewünscht hatte, bis ich das Inserat in der Zeitschrift Coiffeur Suisse sah.

Ein Coiffeurgeschäft in Bassersdorf stand zum Verkauf …

Zufall…?

Nicht dass ich keine Ziele mehr hätte. Ziele und Visionen habe ich immer wieder und versuche diese zu realisieren oder zu leben. Aber seit dem tag nach diesem Inserat freue mich auf jeden tag. Diese Freude gehört meinem Beruf und der Möglichkeit Sie zu bedienen.

Auf bald Ihre

Nicole